31.01.17

Eddys Blogparade: Warum läufst Du eigentlich?

Aller guten Dinge sind diesmal zumindest zwei: nachdem schon Tobi für Eddys Blogparade interessante Einblick in sein Läufer-Leben gewährt hat, schließe ich mich heute - auf den letzten Drücker noch an. Denn ich kann Eddy gut verstehen. Auch mir fiel es in den letzten Monaten schwer, spannende Beiträge für unseren Nordhessencupblog zu schreiben. Neben den nackten Ergebnissen einer Veranstaltung kommt der Austausch mit anderen in der dunklen Jahreszeit einfach zu kurz - vor allem, wenn man bei den wenigen Gelegenheiten auch noch krankheitsbedingt passen muss. Aber genug Trübsal geblasen, los geht's!


1.  Hallo Thorben, warum läufst Du? Was ist Deine Motivation für dieses schönste Hobby der Welt? Oder ist es für Dich sogar viel mehr, als nur Spaß? Erzähl doch mal!
Natürlich bin ich auch beim Kassel-Marathon (fast) immer mit dabei. 2013 habe ich mir sogar mal die Langdistanz vorgenommen, mit 4:09h war das Ergebnis auch halbwegs anständig. (c) Foto: Marco Berger
Laufen ist heute für mich die schönste Nebensache der Welt. Denn ich kann sie völlig unabhängig von Trainingszeiten, Wetter und anderen Effekten betreiben. Was mir das Laufen bedeutet, merke ich vor allem, wenn ich mir für mehrere Tage keine Zeit zum trainieren dafür habe. Dann werde ich unruhig und mürrisch. Wobei der der Begriff Training bei mir sicherlich zu hoch gegriffen ist. Denn ernsthaftes Training ist noch nie mein Ding gewesen. Ich laufe gerne längere Strecken und denke auch hin und wieder mal an die Vorteile von Intervallen oder echten Trainingsgruppen. Letztlich siegt dann aber doch die Einsicht, dass ich dazu einfach nicht gemacht bin.


2. Seit wann läufst Du?
Mit dem Laufen angefangen habe ich Ende der 90er eigentlich nur, um die für mich seinerzeit unendlich lange fußballerische Winterpause zu überbrücken. Dabei dachte ich zunächst, dass schon ein einzelner 10-Kilometerlauf  rund um meinen damaligen Wohnort Sterkelshausen im schönen Alheim ausreichen würde, um mein schon damals üppiges Kampfgewicht über die Weihnachtszeit zu retten. Diese Illusion platze bereits einen Tag später: anstelle der erhofften Gewichtsreduktion war ich schwerer als vorher. Das lag aber vermutlich weniger an der Umwandlung von Fett in Muskelmasse und hatte eher mit einer meiner auch heute noch häufigeren (Fr)essattacke unmittelbar nach dem Lauf zu tun.
Es half also nichts, ich musste nochmal ran und nachdem ich mein Pensum auf 5 Kilometer reduziert hatte, machte das Laufen langsam aber sicher sogar Spaß. Den endgültigen K(l)ick habe ich aber meinem Kumpel Ulli zu verdanken. Er - schon damals trotz deutlich besserer körperlicher Voraussetzungen völlig unsportlich - erzählte mir, dass es im benachbarten Breitenbach eine Winterlaufserie gebe und er auch Lust hätte, dort mal mitzumachen. Gesagt, getan. Heraus kam eine Zeit von etwa 25 Minuten und die Erkenntnis, dass auch Duelle mit 10-Jährigen eine echte Herausforderung sein können. Der Laufvirus hatte mich aber so oder so gemeinsam mit Ulli erwischt, kurze Zeit später waren wir als selbsternannte Untergruppe "LG Angst vorm Wildschwein" unseres Heimatvereins SV Osterbach regelmäßig im Alheimer Unterholz und natürlich auch im Nordhessencup unterwegs.


3. Was sind Deine Rekorde?
Wie schon gesagt, ich bin nicht nur optisch eher ein Breitensportler. Trotzdem habe ich zu meinen besten Zeiten 2000/2001 die 5 Kilometer mal unter 19 Minuten absolviert (wobei ich bis heute glaube, dass es damals in Hardehausen-Scherfede nicht ganz 5 waren, aber egal). Für 10 Kilometer waren damals knapp unter 41 Minuten (in Breitenbach), beim Halbmarathon unter 1:32h (in Frankfurt) und beim Marathon 3:34h (Hamburg). Da ich mir 2002 während eines Hockeyunfalls die Diagnose "Arthrose im Sprunggelenk" abgeholt habe, war diese für meine Verhältnisse halbwegs konkurrenzfähige Zeit  leider viel zu früh schon wieder vorbei.


4. Was ist Dein allerschönstes Lauf-Erlebnis? Bring es auf den Punkt: welches Laufereignis ist bislang Dein absolutes Highlight?
Da muss ich kurz überlegen. Natürlich kommen da meine beiden Halbdistanzen beim Ironman 70.3 in den Jahren 2007 (6:23h) und 2008 (7:10) in Frage. Während ich für 2007 wirklich sehr gut trainiert hatte, war 2008 eine reine Willensleistung. Denn ich hatte meine 2006 nach einer OP wieder halbwegs hergestellte Fitness wenige Monate vorher durch die Teilnahme am Strongmanrun in Weeze inklusive erneuter Verletzung am Sprunggelenk unnötig aufs Spiel gesetzt. Gerade der abschließende Halbmarathon war mit einer Zeit von 2:50h dann kaum mehr als Gehen, aber Ziel ist Ziel.
Wenn ich genauer darüber nachdenke, war der allerschönste Lauf aber noch etwas früher im Jahr 2004 oder 2005, als ich nach einer langen Phase der ambulanten Behandlung glaubte, auch ohne OP mal wieder an einem Lauf teilnehmen zu können. Ich entschied mich damals kurzfristig, beim heute leider nicht mehr stattfindenden Herbstlauf in Rotenburg anzutreten. Dort kam ich dank Adrenalin völlig euphorisiert ins Ziel, da ich auf der gesamten Strecke keine Schmerzen spürte. Leider hatte ich die Rechnung aber ohne den Wirt gemacht, denn am nächsten Tag ging gar nichts mehr. Trotzdem war es ein unglaublich tolles Gefühl, nach einer so langen Zeit endlich wieder mal aktiv dabei zu sein.



5. Welche Frage habe ich vergessen? Hey, das ist meine erste Blogparade. Da darf ich doch auch mal was vergessen, oder? Also: stell selbst die eine wichtige Frage, an die ich jetzt nicht gedacht habe. Und schreib natürlich auch gleich Deine Antwort dazu. Na klar.
Ok, dann lautet meine Frage: Welche Ziel hast du für die neue Saison 2017?
Antwort: Priorität hat wie in jedem Jahr für mich die Teilnahme am Nordhessencup. Es gibt für mich einfach nichts schöneres, als fast jede Woche die Möglichkeit zu haben, anstelle langweiliger Trainingsläufe wieder einmal zur abwechslungsreichsten Roadshow der Region aufzubrechen. Und da die Sponsoren des Cups (ok, dazu zähle ich als Vertreter der BKK WF auch) in diesem Jahr sogar jeden gelaufenen Kilometer zu Gunsten eines sozialen regionalen Projektes mit dem Netzwerk Jumpers e.V. aus Kaufungen vergüten, werde ich wohl auch auf der Langstrecke bleiben (und meinen vierjährigen Sohn ermutigen, künftig auch den ein oder anderen Meter beizusteuern). Wenn darüber hinaus auch wieder der ein oder andere Triathlon noch zustande kommt, umso besser.

Kommentare:

  1. Schöner Beitrag! Über die Umdeutung des Begriffs "Breitensportler" musste ich herzlich lachen :-))

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  2. Ich bin da einfach Realist, aber meine Gewichtsklasse dominiere ich dafür schon seit vielen Jahren :-)

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  3. Danke, dass Du auch bei meiner ersten Blogparade mit an Bord bist! Besonders klasse finde ich den Spruch "ich bin nicht nur optisch eher ein Breitensportler" - aber dafür bist Du aus meiner Sicht ganz schön flott, Du Tiefstapler! ;-)

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  4. Du hast ja glücklicherweise nicht nach meinen aktuellen Zeiten gefragt, daher ist das Stapeln durchaus berechtigt ��

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  5. Jetzt gibt es die Auswertung. Pflichtlektüre meines Erachtens: hier lang > http://www.eduard-andrae.de/intime-gestaendnisse-bloggender-laeufer/

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