365 Tage ohne Schokolade - ein Selbstversuch - Abbruch nach 200 Tagen

Foto: Berwis - pixelio.de
Zugegeben, es war eine Schnapsidee aus Verzweiflung: Ein Jahr keine Schokolade. Das sollte der Übersäuerung entgegenwirken und damit meine linke Patellarsehne reparieren. Es nützt natürlich nichts, wenn man sich den Zucker dann aus anderen Quellen reinpfeift. Am Ende hat nicht der Zucker mein Knie ruiniert, sondern die Entzündung eines Zahnes.



Im Zweifel für den Angeklagten

Seit März etwa läufts wieder, mein Knie. Grund für die Probleme: Eine leichte Fehlhaltung in der Hüfte sorgte für Reize der Patellarsehne. Nichts, was ein intaktes Immunsystem nicht in den Griff bekommen kann. Nur: Ich hatte in den letzten 2 Jahren kein Immunsystem. Mein neuer Zahnarzt entdeckte im November 2016 eine heftige Vereiterung eines wurzelbehandelten Zahnes. Seit mindestens 2 Jahren kämpfte mein Immunsystem also mit einer dauerhaften Infektion in der Mundschleimhaut, das Knie wurde sozusagen als "unwichtig" zurückgestellt. Auch meine grundsätzliche Erkältung nach jedem Wettkampf verschwand nach dem Ziehen des Zahnes.


Trotzdem Schokoabstinenz?

Kann ja trotzdem nicht schaden, weniger Süßkram zu essen, dachte ich. Die ersten Wochen: Eine Tortur! Hut ab vor jedem, der mal das Rauchen aufgegeben hat! Es überkommt mich beim Geschirrspülen, oder direkt nach dem Zähneputzen, die Gedanken kreisen allein um Zartbitterschokolade. Ich las, die katholische Kirche schaffe das Zölibat ab - und musste nur müde lächeln.
Es gibt nur zwei Sorten Kartoffeln in der Gemüseabteilung des Supermarktes, aber einen Gang weiter mehr Schokoladenvarianten als Sterne in der Nacht.
Erst nach vier Wochen etwa stellte sich der Gedanke ein: Wäre doch wirklich schade um die 4 Wochen Quälerei, also lass die Finger davon.
Doof ist nur, dass ich meinen Zuckerhaushalt dann mit Speiseeis ausgeglichen hab. Übrigens: Basilikum-Schmand-Eis in der Eisdiele Caccuri in Kassel ist für mich das Beste! Ihr habt mich gerettet, Jungs!


Dunkle Schokolade hat für Sportler durchaus Vorteile

Schokolade mit mindestens 70% Kakaoanteil hat für Sportler durchaus Vorteile: Der Kakao verbessert die Blutversorgung zum Gehirn und macht wacher. Auch die Blutversorgung zur Muskulatur wird verbessert, du regenerierst schneller. Die im Kakao enthaltenen Wirkstoffe Epicatechin und Catechin stärken die Mitochondrien und schützen somit die Muskelfasern. Kakao senkt, wie viele andere Gewürze auch, Entzündungen.


Abbruch mangels Alternativen

Das letzte Stück Schokolade vor meinem Experiment war russische Schokolade, am letzten Tag des Jahres 2016. Mir schwante schon lange, dass unsere Russlandreise diesen Sommer eine harte Prüfung werden könnte. Im Juli dann waren wir zum Bergsteigen im Kaukasus und wurden täglich mit Lunchpaketen versorgt. Inhalt: Ein Käsebrot und jede Menge Schokoriegel. Es gab einfach nichts Anderes! Das Ganze wurde eine Frage des Überlebens. Naja, und geschmeckt hat´s natürlich auch:)






Schmerzfreie Laufkilometer wünscht Euch


Olaf