Von 0 auf 100: wie ein Spätberufener zum Dauerbrenner wurde

Von 0 auf 100: der Rotenburger Frank Schölzchen hat sich in den letzten fünf Jahren mit insgesamt 65 Starts im Nordhessencup zu einem spätberufenen Dauerbrenner im Nordhessencup entwickelt. Warum er es 2017 trotzdem nicht in die Serienwertung geschafft hat und weshalb er beim Abschluss in Körle dennoch vor Ort war, hat er bei einem einem kurzen Pläuschchen verraten.
In diesem Jahr nicht nur im NHC aktiv: Frank Schölzchen, hier gemeinsam mit mir in nicht ganz ernst gemeinter Interviewpose nach dem Frankfurter Halbmarathon im März 2017.

Hallo Frank, in diesem Jahr nur 5 Nordhessencup-Läufe, was war los mit dir?
Nach unzähligen NHC-Läufen in den letzten Jahren standen dieses Jahr andere Läufe im Mittelpunkt. Paris im Rahmen eines Familenurlaubs, der Lutherlauf von Eisenach nach Bad Hersfeld und der Weltkulturerbelauf in Bamberg waren dabei meine persönlichen Highlights.


Warum bist du dennoch heute bei der Abschlussveranstaltung in Körle?
Ich habe die Siegerehrung meiner jüngeren Tochter als Alibi genommen, um Lauffreunde zu treffen und Schwätzchen zu halten. Das hat mir im Jahr 2017 doch ein bisschen gefehlt.


Du bist 2012 das erste Mal im Nordhessencup aktiv gewesen. Welche Erinnerungen verbindest du mit diesem Lauf?
Eigentlich wollte ich in einem gemeinsamen Lauf meine ältere Tochter motivieren, von 1 km auf die 5 km Strecke umzusteigen. Ist nicht wirklich gelungen, aber als damaliger Raucher war ich überrascht, dass ich in der brütenden Hitze von Obervorschütz 5 km durchgehalten habe. 8 Monate später bin ich dann das nächste Mal als "frischer" Nichtraucher gelaufen.


Mit 47 bist du spät ins Laufgeschehen eingestiegen. Was hat dich motiviert, immer mehr Zeit in diesen Sport zu investieren?
Nach 3 Volksläufen im März 2013 ohne jede Vorbereitung war sozusagen der Bann gebrochen. Was es genau ist, kann ich nicht sagen. Insbesondere längere Läufe in der Natur finde ich sehr entspannend. Wenn ich 3 bis 4 Tage nicht gelaufen bin, fehlt mir etwas. Vielleicht ist auch nur eine Sucht mit einer anderen kompensiert worden ;-)


Wie kommt deine Familie mit dem nicht zu unterschätzenden zeitlichen Aufwand klar?
Das ist nicht immer ganz einfach. Manchmal gelingt es, Laufveranstaltungen mit familiären Ausflügen zu verbinden. Klappt in Berlin erfahrungsgemäß prima, ist am Bilstein und im Burgwald aber eher problematisch. Längere Vorbereitungsläufe starte ich am Wochenende in der Regel morgens um 6 bis 7 Uhr. So knapse ich der Familie am wenigsten Zeit ab. Grundsätzlich hat meine Familie aber viel Verständnis für mein Laufen :-)


Welche Ziele hast du für 2018?
Bekanntlich laufe ich nicht schnell, dafür lang und (manchmal auch zu) häufig. Zur Zeit bereit ich mich langfristig auf den Rennsteiglauf vor. Ferner möchte ich die 20-km-Strecke beim NHC laufen, um mir bei der nächsten Abschlussveranstaltung auch persönlich einen Sitzplatz zu verdienen.


Vielen  Dank für das Gespräch.